Der Freitagsmarkt, Küchen und die Aromen, die sich über die Jahre angesammelt haben

Eines der Dinge, die ich an meinem Leben in Kaş am meisten liebe, ist, dass das Leben hier noch ein bisschen langsamer fließt. Wie sich die Menschen früh morgens auf dem Weg zum Markt wirklich "guten Morgen" sagen, der Geruch von Tomaten, die aus den Kisten quellen, frische Kräuter, die von Hand zu Hand gehen... Nach einer Weile wird daraus mehr als nur Einkaufen — es wird ein Ritual.

Aber für mich ist Kaş nicht nur schöne Straßen und Meeresblick. Es ist auch der Ort, an dem ich den Großteil der letzten 10 Jahre in Küchen verbracht habe. Ich kann wohl sagen, dass ich in den meisten Restaurants in Kaş gearbeitet habe. Ich kenne den Trubel vor dem Service, die Morgenvorbereitung, die nächtlichen Schließungen, die Hitze, die in der Küche aufsteigt, sehr gut. Wenn ich mich also in einem Restaurant hinsetze, schaue ich nicht nur als Kundin — ich spüre auch die Mühe, die Ordnung, die Seele der Küche.

Der Kaş-Markt ist noch immer der Ort, an dem alle meine Kochideen beginnen. Aber bevor ich anfange zu kochen, ist es ein Ritual, am Markt das Auberginen-Hackfleisch-Gözleme der Barak-Frauenkooperative zu essen — dann geht es weiter. Was die Saison bringt, bestimmt die Küche. Ein Kraut, das ich an einem Stand entdecke, verändert manchmal die gesamte Richtung eines Menüs. Hier gibt es eine echte Verbindung zu den Zutaten. Die Menschen wissen, von welchem Feld ihre Tomaten kommen; sie erzählen dir die Geschichte des Olivenöls, während sie es dich probieren lassen.

Und im Laufe der Jahre sind bestimmte Gerichte für mich zu einem Teil von Kaş geworden.

Der klassische gemischte Toast beim Atom Büfe zum Beispiel. Er erinnert mich daran, dass die besten Dinge manchmal sehr einfach sind. Ob ich spät abends Hunger habe, nach einem Schwimmen oder in einer kurzen Pause — er gibt mir immer dasselbe Gefühl: Vertrauen.

Der Schnitzel-Burger bei Barla's ist einer meiner Favoriten. Perfekt ausgewogen, wirklich sättigend und ein Gericht mit echtem Charakter.

Der Pişi-Teller im Taş Bahçe fühlt sich wie das Symbol für lange, ungestörte Frühstücke an. Die Art, bei der man sich hinsetzt und stundenlang Tee trinkt.

Die Garnelen-Fava bei Manos... Ich glaube, das ist eines jener Gerichte, die davon erzählen, wie Meer und Küche in einem Ort wie Kaş zusammenfinden. Leicht, aber es bleibt im Gedächtnis.

Und Taşra... Für mich ist das nicht nur ein Restaurant — es ist das Gefühl eines ganzen Abends. Ein langes Abendessen, ein gutes Gespräch und fast allem auf der Speisekarte vertrauen zu können ist eine seltene Sache. Manche Orte werden nicht nur zu einem Platz, an dem man isst; sie hinterlassen einen Geist in der Erinnerung.

Ich glaube nicht, dass ein gutes Restaurant nur gutes Essen macht. Ein gutes Restaurant verändert dein Zeitgefühl. Es lässt dich die Eile vergessen. Wenn du dich an einem Tisch ein bisschen länger als gewöhnlich setzt, ist das der richtige Ort.

Vielleicht deshalb liebe ich Kaş. Weil es hier noch echte Dinge gibt. Echte Tomaten, echte Gespräche, wirklich gut gekochtes Essen.

Und manchmal ist alles, was man braucht: ein paar Zutaten vom Markt, ein gut gedeckter Tisch und ein Abend in der Nähe des Meeres.

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